Wer schon einmal nach einem hochwertigen Objektiv- oder Stativmantel gesucht hat, weiß: Die Preise liegen schnell bei 100-150 € und mehr – allein für das Objektiv. Für Stative kommt oft noch einmal eine ähnliche Summe dazu.
Viele würden wahrscheinlich sagen: Bei den Kosten des Equipments, machen die 150€ auch nicht mehr viel aus und obwohl ich gewillt bin für gute Technik nicht wenig Geld in die Hand zu nehmen sah ich es nicht ein für „Stofffetzen“ so viel Geld zu bezahlen. Also habe ich beschlossen, das Ganze selbst in die Hand zu nehmen.
Das Material
Verwendet habe ich:
- 2 mm Neopren mit Tarnmuster (Camouflage) – bestellt über Amazon
- Klettverschluss 10 mm breit, 5 Meter Länge – ebenfalls über Amazon
- Genäht mit einer Bernette 812 Nähmaschine
Das Neopren ist flexibel, stoßdämpfend und bietet einen guten Schutz vor Kratzern und leichten Stößen. Das Tarnmuster sorgt zusätzlich für eine dezente, unauffällige Optik in der Natur.
Planung und Zuschnitt
Zuerst habe ich:
- Objektiv und Stativ exakt ausgemessen
- Die einzelnen Segmente auf das Neopren übertragen
- Alles sauber zugeschnitten
Wichtig ist, zu berücksichtigen, das das Neopren entsprechend elastisch ist, zu groß zugeschnittene Teile liegen nicht sauber an und rutschen.
Warum Klettverschluss die beste Lösung war
Ursprünglich wollte ich die Teile komplett vernähen.
Ich habe sogar versucht, das Neopren direkt miteinander zu verbinden – unter anderem mit einem Kreuzstich.
Das Problem:
Neopren ist relativ dick und gleichzeitig flexibel. Selbst mit einer Nähmaschine ist es sehr anspruchsvoll, mehrere Lagen sauber und spannungsfrei zu verbinden. Ohne Klettverschluss war das Ganze überraschend schwierig.
Die Lösung war daher klar:
Ich habe überall 10 mm Klettverschluss eingenäht.
Vorteile davon:
- perfekte Anpassbarkeit
- jederzeit wieder lösbar
- kein Stress beim Überziehen
- sicherer Halt
- deutlich einfacher zu verarbeiten
Und: Es hält erstaunlich gut.
Kostenersparnis
Rechnet man das Material zusammen, landet man bei einem Bruchteil des Preises eines gekauften Sets.
Statt rund 150 € pro Objektivmantel zahlt man nur für:
- Neopren (Anteilig ca. 15€)
- Klettband (Anteilig ca. 2€)
- etwas Zeit
Die Ersparnis ist enorm – besonders, wenn man mehrere Objektive oder zusätzlich das Stativ ausstatten möchte.
Geht das auch ohne Nähmaschine?
Ja – wahrscheinlich sogar sehr gut.
Wer keine Nähmaschine hat, kann:
- Neoprenkleber verwenden
- starken Textilkleber nutzen
- oder Klettband direkt aufkleben
Neopren lässt sich grundsätzlich gut verkleben. Die Nähmaschine sorgt zwar für zusätzliche Stabilität, ist aber kein Muss.
Fazit
Der Eigenbau eines Objektiv- und Stativmantels aus 2 mm Neopren ist:
- kostengünstig
- technisch unkompliziert
- individuell anpassbar
- funktional und stabil
Mit etwas Geduld beim Abmessen und Zuschneiden erhält man ein Ergebnis, das kommerziellen Produkten optisch und funktional in nichts nachsteht – bei deutlich geringeren Kosten.

